Zwei Frauen vor einem Plakat des Volkstheathers Rostock

Vom Plauderspaziergang in der Südstadt zu Don Giovanni ins Volkstheater
Von Beate Wentzel (03.02.2026)

Ich traf mich im Januar mit Anni Vogel, die über den Plauderspaziergang von den Theaterbotschaftern erfahren hatte. Ihr großer Wunsch war es, endlich mal wieder eine Aufführung zu besuchen, wie sie es früher viele Jahre getan hatte. Für dieses Anliegen war ich als Theaterbotschafterin der Südstadt genau die richtige Ansprechpartnerin. Wir verabredeten uns zunächst zu Kaffee und Kuchen. Die Chemie zwischen uns stimmte sofort und die nun beginnende gemeinsame Zeit hat sich für uns beide gelohnt. Ich erfuhr von Anni, wo das erste Volkstheater stand (in der Nähe des Steintors). Sie zeigte mir fantastische Bilder des schönen, alten Gebäudes. Schnell fassten wir den Entschluss, gemeinsam ins Theater zu gehen und entschieden uns für Mozarts Oper „Don Giovanni“. Wir kannten sie beide schon und waren neugierig auf die Inszenierung am Volkstheater Rostock. Wir wurden nicht enttäuscht: Das Stück ist ein Ohrenschmaus und die drei Stunden vergingen wie im Flug. Nicht ganz so überzeugend fanden wir die modernen Kostüme, das Bühnenbild und die Lichtinstallationen, vor allem im ersten Akt. Vermutlich hat Regisseur Daniel Pfluger hier den Versuch unternommen, die Oper nicht so ernst und tragisch zu präsentieren. Gesanglich war Don Giovannis Diener Leporello mein Favorit, gesungen von Jaehwan Shim.
Wer auch Lust hat, mal wieder ins Theaterleben einzutauchen, kann sich sehr gern bei mir melden. Ich bin sicher, auf uns wartet ein ebenso schönes Theatererlebnis.

Eure Theaterbotschafterin Beate

Plakat des Theaterstückes Volpone

Die Theaterbotschafterin Südstadt empfiehlt:
VOLPONE oder Der Fuchs – eine Komödie von Ben Jonson
Von Beate Wentzel (23.10.2025)

„Volpone oder Der Fuchs“ ist ein Spiel aus Täuschung, Gier und kluger Manipulation. Das Stück von Ben Jonson stammt zwar schon aus dem frühen 17. Jahrhundert, ist aber heute aktueller denn je. Mit ihr zeigt das Volkstheater Rostock eine Komödie, die uns zum Lachen bringt, uns aber auch den Spiegel vorhält, auf all unsere Schwächen und Stärken blicken lässt. Erzählt wird eine Erbschaftsgeschichte, in der es – soviel kann ich schon verraten – keine Gewinner geben wird, aber zahlreiche Intrigen und facettenreiche Erbschleicher. Wer nun neugierig geworden ist, aber vorher noch mehr über das Stück erfahren will, kann eine Aufführung mit Matinee besuchen. Diese findet am 1. Februar 2026 um 11 Uhr in der Volxkantine des Volkstheaters statt. Hier beantworten Mitglieder des Theaterensembles Fragen zum Stück und liefern viele interessante Hintergrundinformationen. 

Wer nicht bis zum Februar warten, sondern mich noch dieses Jahr ins Theater begleiten möchte: Ich werde mir am 21.11.2025 um 19.30 Uhr „Madame Butterfly“ ansehen, am 13.12.2025 um 18 Uhr dann das Ballett „Schwanensee“. Besorgt Euch gern eine Karte und schließt Euch mir an – schließlich ist ein gemeinsamer Theaterbesuch am schönsten. Und falls ihr Fragen oder Anregungen habt, schickt mir gern eine Email: Beate.wentzel(at)gmail.com 

Bis bald! Eure Theaterbotschafterin Beate Wentzel

Die Theaterbotschafterin Südstadt empfiehlt:
Musical millennium – Eine Inszenierung von Daniel Pfluger und Cindy Weinhold
Von Beate Wentzel (28.07.2025)

Im Juli durfte ich eine mitreißende Zeitreise in die späten 90er Jahre erleben – die Premiere des Musicals „Millennium“, die ich zusammen mit meiner Tochter besuchte. Sie ist jetzt so alt, wie ich 1999 war – und erwies sich als überraschend textsicher, was die Songs aus dieser Zeit anging. Die Schauspieler:innen und Tänzer:innen des Volkstheaters, unterstützt durch eine fantastische Liveband, gelungene Videosequenzen sowie bunte Kostümen und Bühnenbilder, „beamten“ das Publikum schnell in die 90er. Zwei Generationen durchliefen an diesem Abend die Zeit des Umbruchs, die zentralen Themen der 1990, die Dramaturg Arne Bloch fantastisch aufbereitet hatte. Und mit denen er gleichzeitig auch eine Brücke in die Gegenwart schlug, denn die auf der Bühne aufgeworfenen Fragen waren auch die Fragen meiner Tochter: Wofür entscheide ich mich nach dem Abi? Ist mein jetziger Freund die Liebe meines Lebens? Welche Länder muss ich unbedingt bereisen? Und dergleichen mehr. Für mich standen andere Themen des Musicals im Vordergrund: die erste Selbstständigkeit, der Auszug der Kinder, die Frage, ob Ost und West wirklich zusammenwachsen. Ein berührendes und gleichzeitig herzerfrischendes Sommererlebnis. Für 2025 ist „Millennium“ inzwischen vorbei, aber für alle, die es dieses Jahr verpasst haben, kommt es ab dem 6. Juni 2026 in die Halle 207 zurück!

Eine Theaterbotschafterin für die Südstadt

Seit Anfang Mai 2025 hat die Südstadt eine eigene Theaterbotschafterin – und wird damit Teil eines sich über ganz Rostock erstreckenden Netzwerks von Menschen, denen das Theater so sehr am Herzen liegt, dass sie auch andere dafür begeistern wollen. In der Südstadt ist es Beate Wenzel, die von nun an zu jeder Ausgabe des Südsterns einen ganz persönlichen Theatertipp beisteuert. Die Mutter von zwei erwachsenen Kindern und stolze Oma wohnt seit zehn Jahren wieder in ihrer Geburtsstadt Rostock – und möchte nun an ihre von Kunst, Kultur und Sport geprägte Jugendzeit anknüpfen: „Ich möchte die Theaterlandschaft Rostocks erleben und die Eindrücke mit anderen Menschen teilen. Das Projekt Theaterbotschafterin für die Südstadt kam daher wie gerufen.“

Welche Vorstellungen sie sich anschaut und für eine Empfehlung auswählt, berät sie im Vorfeld mit den Theaterbotschaftern aus Schmarl, Dierkow, Lütten Klein, Groß Klein und Lichtenhagen – und natürlich mit dem Volkstheater Rostock. Dort ist man sehr glücklich darüber, dass Menschen wie Beate Wenzel sich auf diese Weise für das Kulturleben in der Hansestadt und für die Gemeinschaft engagieren: „Unser Theater soll zu einem lebendigen Austausch zwischen möglichst vielen Menschen in Rostock beitragen. Dafür sind engagierte Bürger unverzichtbar. Sie können wir alle dazu beitragen, dass unsere Stadt vom Miteinander geprägt und lebenswerter wird“, sagt Intendant Ralph Reichel über das von ihm sehr geschätzte Theaterbotschafter-Projekt.

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